Die Ausstellung ist eine historische
Impression über einen kleinen Ort im städtischen Raum von Stettin,
einer Stadt in Europa an der deutsch-polnischen Grenze, wo die
Oder in die Ostsee mündet. Über einen Ort, der zeitabhängig zwei
Bezeichnungen hatte: die deutsche - Karkutschstrasse und die polnische
- ulica ¶w. Wojciecha. Die Karkutschstrasse existierte im deutschen
Stettin von 1874 bis 1945, die ulica ¶w. Wojciecha gibt es im
polnischen Szczecin seit 1945. Diese eigenartige, virtuelle Wanderung
durch Zeit und Raum wurde auf 40 meterhohen Schautafeln festgehalten.
Hier stossen historische Quellen auf die von der Linse des Fotoobjektivs
eingefangene Gegenwart. Reproduktionen, alte Ansichtskarten, Landkarten,
Entwurfszeichnungen von Bürgehäusern, alte Dokumente, Archivfotos
und heutige Aufnahmen - all das lässt einen Eindruck der Strasse
entstehen, deren Geschichte mit der Gegenwart in materieller Form
konfrontiert wird. Die Spuren der Vergangenheit stellen neben
der Erinnerung von den alten und heutigen Bewohnern der Strasse
die einzige Brücke zwischen der Gegenwart und Vergangenheit dar.
Diese Spuren sind es eben, die uns bei der Frage nach der Identität
dieses Ortes nicht gleichgültig lassen und die zur Suche nach
der Antwort auf Fragen zwingen, über die viele Jahre geschwiegen
wurde.